Flammender Flamingo

Haller Bordell brannte in der vergangenen Nacht ab –Wegen Umbau gerade geschlossen

Halle. Den Haller Famingo-Club gib es nicht mehr. Das Bordell brannte in der Nacht zum Freitag ab und wurde vollständig zerstört. Der Sachschaden dürfte bei etwa 150 000 Euro liegen. 120 Feuerwehrleute waren mehrere Stunden im Einsatz, um die Flammen in dem Gebäude unter Kontrolle zu bringen. Zum Brandausbruch war das Objekt scheinbar nicht bewohnt.

Kurz nach zwei Uhr bemerkte ein Autofahrer auf der Haller Westumgehung starke Rauchentwicklung aus dem Gebäude. Per Handy alarmierte er die Feuerwehr. Als die ersten Kräfte eintrafen, war klar, dass es eine lange Nacht werden würde. Hinter den verbarrikadierten Fenstern schimmerte überall roter Feuerschein durch. Halles Stadtbrandmeister Wilhelm Köhne (Foto) ließ Großalarm auslösen für alle Löschzüge der Stadt Halle und den Löschzug Werther. Als die ersten Fensterverkleidungen aufgebrochen warern, schlugen den Feuerwehrleuten die Flammen entgegen. Die alte Schankwirtschaft aus dem vergangenen Jahrhundert brannte innen in voller Ausdehnung. Mit jedem Fenster, das die Feuerwehr öffnete, um an die Brandnester zu kommen, wuchs sich die Feuersbrunst weiter aus. Nach einer Stunde schlugen die Flammen aus dem Dach, das Haus war zu diesem Zeitpunkt total zerstört. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die Mittagsstunden. Besonders schwierig war die Wasserversorgung. Weil vor dem Bordell eine leistungsfähige Wasserversorgung fehlte, musste die Feuerwehr eine etwa 1000 Meter lange Wasserversorgung aus den unten liegenden Wohngebieten aufbauen. Ein Feuerwehrmann zog sich leichte Schnittverletzungen zu. Der Bordellbetrieb ist nach Angaben der Feuerwehr seit Anfang Juli eingestellt, die dort gemeldeten sechs Frauen und Männer arbeiten jetzt in einem Betrieb in Melle. Das Haus sollte nach Angaben des Besitzers umgebaut werden. Dazu wird es wohl nicht mehr kommen. Nach Einschätzung der Feuerwehr dürfte die vorhandene Bausubstanz nur noch reif sein für den Bagger. Noch in der Nacht nahmen Kripobeamte ihre Suche nach der Brandursache auf. Gestern Morgen stießen zwei private Brandermittler dazu (HK/hego).



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