Stadtwanderung durch HalleWestfalen lüftet Geheimnisse und stillt Wissensdurst

Mit reichlich Wissensdurst im Wandergepäck machten sich die Clubmitglieder des TC Blau-Weiss Halle auf, die Geheimnisse der Stadt HalleWestfalen zu erkunden und mit dabei waren (von links): Rosi Rösler, Ulrike Janssen, Heinz Rösler, Ingrid Fröhling, Manfred Goldbach, Sieglinde Goldbach, Marlies Wolff, Wilfried Behlmer, Dora Friebe, Renate Behlmer, Marga Ferber, Wolfgang Fröhling, Claudia Horstmann, Reinhold Horstmann, Annette Ackermann, Jürgen Parohl, Wolfgang Ackermann, Ulrike Tappmeier, Nina Lauterbach, Jürgen Bonnet, Eckard Wolff, Gisela und Udo Striethörster, Hartmut Friebe, Monika Hohensträter, Anne Vahlkamp, Dirk Janssen und Folker Hohensträter sowie die Stadtführer Wolfgang Kosubeck und Sabine Hahn. © Kurt Vahlkamp (TC Blau-Weiss Halle)

Mit reichlich Wissensdurst im Wandergepäck machten sich die Clubmitglieder des TC Blau-Weiss Halle auf, die Geheimnisse der Stadt HalleWestfalen zu erkunden und mit dabei waren (von links): Rosi Rösler, Ulrike Janssen, Heinz Rösler, Ingrid Fröhling, Manfred Goldbach, Sieglinde Goldbach, Marlies Wolff, Wilfried Behlmer, Dora Friebe, Renate Behlmer, Marga Ferber, Wolfgang Fröhling, Claudia Horstmann, Reinhold Horstmann, Annette Ackermann, Jürgen Parohl, Wolfgang Ackermann, Ulrike Tappmeier, Nina Lauterbach, Jürgen Bonnet, Eckard Wolff, Gisela und Udo Striethörster, Hartmut Friebe, Monika Hohensträter, Anne Vahlkamp, Dirk Janssen und Folker Hohensträter sowie die Stadtführer Wolfgang Kosubeck und Sabine Hahn. © Kurt Vahlkamp (TC Blau-Weiss Halle)

HalleWestfalen. In einer Stadt geboren, aufgewachsen und vielleicht auch seit jeher dort zu leben, bedeutet zwangsläufig nicht, die Heimat wie seine persönliche Westentasche zu kennen. Mit allen Hintergründen, Geschichten und Geheimnissen. Diesem Umstand wollten 28 Mitglieder des TC Blau-Weiss Halle ein Ende setzen und begaben sich auf eine Stadtwanderung durch die ostwestfälische Lindenstadt. Dabei nahmen die Haller Stadtführer Sabine Hahn und Wolfgang Kosubek die wissensdurstigen Clubmitglieder mit auf eine Reise durch die ehemalige Kreisstadt.

Die Erkundung begann im Standesamt des Rathauses, welches 1925 noch das Kreishaus war. Der historische Ratssaal ist mit 41 Eichenholzlehnstühlen bestückt, die mit den Namen der 41 ehemaligen kreisangehörigen Gemeinden graviert sind. „Früher saßen hier die jeweiligen Vertreter der Gemeinden auf ihren entsprechenden Stühlen“, erklärt Sabine Hahn und verweist im Archiv zudem auf Gastgeschenke, die der Stadt HalleWestfalen im Laufe der Jahre zu teil wurden.

Die heimatliche Reise führte weiter zur evangelischen St. Johanniskirche, die inmitten des baumbestandenen, von Fachwerkbauten gesäumten Kirchplatzes liegt. Der ursprünglich einschiffige Gewölbebau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit quadratischem Chor und Westturm wurde im 15. Jahrhundert um das südliche Seitenschiff ergänzt, wobei der nördliche Anbau von 1886 stammt. Bewundernde Blicke zog im Inneren neben den uralten Deckengemälden über dem Altarraum die prächtige Heintz-Orgel auf sich und Wolfgang Kosubek erläutert, dass das Musikinstrument 1992 maßgeblich nach den Vorstellungen des gelernten Orgelbauers Martin Rieker gebaut worden und seitdem eine feste Säule der seit fast 50 Jahren stattfindenden Haller Bach-Tage sei.

Die fitten Tennissportler bestiegen anschließend den Glockenturm, um bei herrlichem Wetter den Blick über die Stadt schweifen zu lassen. Wem bei sonnigem Frühlingswetter nicht nach sportlicher Betätigung zumute war, begutachtete die schweren, mittlerweile verrosteten Eisenblöcke, die künstlerisch die Buchstaben „BACH“ bilden und bereits bei der Aufstellung äußerst umstritten waren.

Große Augen machten vor allem die jüngeren Teilnehmer bei der nächsten Station der Stadtführung. Auf dem Kirchplatz ist die ehemalige Schule zu besichtigen, ein wahrhaft winziges Gebäude, in dem vor langer Zeit die unglaubliche Anzahl von 300 Schülern unterrichtet wurde. „Ein einziger Lehrer sowie der Pastor waren für die Kinder unter so katastrophalen hygienischen Umständen verantwortlich, dass der Lehrer an Schwindsucht, die sogenannte Tuberkolose, verstarb“, so Sabine Hahn weiter.

Schallendes Gelächter ertönte daran anschließend in der Rosenstraße, wofür Wolfgang Kosubek verantwortlich zeichnete: „Zu Zeiten Napoleons verlief dort die Landesgrenze, über die man damals nicht mal ein Schwein treiben durfte, ohne Zoll zu entrichten. Der Trick, um diesen Missstand zu umgehen: Das Schwein musste zwischen zwei Brötchenhälften gelegt werden. So galt es als ein belegtes Brot und konnte als Wegzehrung zollfrei mitgeführt werden.“

Endstation der Stadtwanderung war das Bürgerzentrum, dessen Gebäude zuvor der Brennerei Kisker gedient haben. Hier konnte der Tiefbrunnen bestaunt werden, der früher die Brennerei mit dem nötigen Wasser versorgte. Die mutigen Teilnehmer der Gruppe konnten, auf einer dicken Glasplatte stehend, sieben Meter hinunterschauen. „Ganz schön tief“, meint Teilnehmerin Anne Vahlkamp und ergänzt, „man könnte denken, dass man hineinfällt.“ Doch dem war nicht so und wer dennoch mit Höhenangst zu kämpfen hat, dem wurde auch geholfen. Ein leckerer Kisker-Schnaps sorgte für die nötige Gelassenheit und rundete eine interessante und wissenswerte Stadtwanderung ab.

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