Blau-Weiss Halle kommt gegen den deutschen Meister zum 5:1-Kantersieg

Nach seinem ATP-Turniersieg am vergangenen Samstag in Kitzbühel reiste der 24-jährige Niederländer Robin Haase umgehend nach Ostwestfalen und steuerte für das GERRY WEBER-Team am Sonntag einen Einzel und einen Doppelsieg zum Gesamterfolg über Grün-Weiss Mannheim bei.

Nach seinem ATP-Turniersieg am vergangenen Samstag in Kitzbühel reiste der 24-jährige Niederländer Robin Haase umgehend nach Ostwestfalen und steuerte für das GERRY WEBER-Team am Sonntag einen Einzel und einen Doppelsieg zum Gesamterfolg über Grün-Weiss Mannheim bei.

HalleWestfalen. Der Tennis-Bundesligist Blau-Weiss Halle hat am heutigen 8. Spieltag in der 1. Tennis Point Bundesliga Herren seine Saison mit einem 5:1 (3:1)-Heimerfolg vor 2.600 Zuschauern gegen den noch aktuellen deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim siegreich beendet. Damit hat das ostwestfälische GERRY WEBER-Team die Spielzeit ohne Niederlage absolviert, ist mit 13:3-Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz positioniert, doch das avisierte Ziel zum dritten Mal die nationale Mannschaftsmeisterschaft zu gewinnen, besteht nur noch theoretischer Natur.

Spitzenreiter Kurhaus Lambertz Aachen (13:1 Punkte) hatte zwar spielerische Probleme beim Tabellenletzten Blau-Weiss Krefeld, doch die beiden Aachener Doppel bescherten ihnen nach einem 2:2-Zwischenresultat nach den vier Einzeln noch einen 4:2-Sieg. Dies bringt die Grenzstädter nun in die komfortable Situation, am 9. und letzten Spieltag am kommenden Sonntag (14. August) auf der Kurhaus-Anlage gegen den Tabellensechsten Blau-Weiss Neuss die dritte deutsche Meisterschaft (nach 2008/2009) realisieren zu können. Den gastgebenden Aachenern reicht bereits ein Unentschieden, während die Ostwestfalen spielfrei und untätig zuschauen müssen.

Von dem zweiten Tabellenplatz und der damit verbundenen Vizemeisterschaft, es ist die dritte in Folge, sind die Haller aber auch nicht mehr zu verdrängen. Hinter ihnen rangiert der Erfurter TC Rot-Weiss mit 10:4 Punkten, die heute am Rolander Weg in Düsseldorf dem Rochusclub vor 2.800 Zuschauern eine schmerzliche 2:4-Niederlage beibrachten. Die NRW-Landeshauptstädter rangierten nun mit jeweils 8:6 punktgleich mit Grün-Weiss Mannheim auf den Plätzen vier und fünf.

Das Team der Ostwestfalen wurde gegen die Badener von Robin Haase (ATP 52) angeführt, der sich nach seinem ersten ATP-Tour-Titel-Triumph am Samstag in Kitzbühel, besiegte im Finale den Spanier Albert Montanes mit 6:4, 4:6, 6:1, unmittelbar danach auf den Weg nach HalleWestfalen gemacht hat. „Natürlich bin ich müde“, so 24-jährige Niederländer vor seinem Match gegen Denis Gremelmayer (ATP 160), „doch ich will unbedingt spielen. Meine derzeit gute spielerische Verfassung habe ich mir zu Beginn der Bundesligasaison in Halle geholt und nun will ich den Zuschauern und dem Team etwas zurückgeben.“

Umso umjubelter war sein Auftritt, denn den Besuchern war Haases Erfolg in Österreich nicht verborgen geblieben und vor den Augen seiner eigens angereisten Eltern war es für den aus Den Haag stammenden Tennisprofi ein mühseliger Beginn. Linkshänder Gremelmayr nahm auch keine Rücksicht und versuchte von Matchbeginn an das Spiel schnell zu machen. Doch mit zunehmender Spieldauer wurde der krausköpfige Niederländer hellwach und besorgte mit einem Zweisatzsieg (6:3, 6:4) die 3:1-Führung der Blau-Weissen.

Zuvor hatte bereits der ungemein schnell agierende 33-jährige Spanier Ruben Ramierz Hidalgo (ATP 138) dem acht Jahre jüngeren Österreicher Martin Fischer (ATP 117) eine Zweisatzlektion (6:1, 6:3) erteilt und Westfalens Nachwuchstalent Jan-Lennard Struff (239) debütierte vor eigener Kulisse als Haller Neuling.

Der 21-jährige Sauerländer legte eine erstaunliche Souveränität an den Tag und gewann das Duell gegen den sieben Jahre älteren Mannheimer Simon Stadler (ATP 338) mit 7:6(4), 2:6, 12:10. „Ich gebe ehrlich zu, nervös war sich schon“, so Struff, „denn vor einer so großen Kulisse habe ich noch nie gespielt.“

Gut unterwegs war der 31-jährige Mannheimer Björn Phau (ATP 136), der ungemein schnell von der Grundlinie aus agierte und mit seinem 6:2, 6:7(5), 10:5-Erfolg den einzigen Siegpunkt für die Kurpfälzer erspielen konnte. In den abschließenden beiden Doppeln machte zunächst das Duo Simone Bolleli/Christopher Kas mit einem Zweisatzsieg gegen Fischer/Stadler den vierten siegbringenden Punkt und das Schlussresultat bewerkstelligte wieder einmal ein glänzend aufgelegter Robin Haase mit seinem spanischen Partner Santiago Ventura. Ihr 6:4, 4:6, 10:6-Erfolg bedeutet für das GERRY WEBER-Team einmal mehr die deutsche Vizemeisterschaft.

„Wir sind mit der Saison zufrieden“, sagt Teamchef Thorsten Liebich, auch wenn wir nicht Meister werden sollten. Wir haben fast an jedem Spieltag immer nur Top 100-Profis aufgeboten. Die haben sehenswerten Tennissport gezeigt und mit 2.500 Zuschauern im Schnitt – bei teilweise kaltem und regnerischem Wetter – ist dies eine hervorragende Bilanz unserer Bundesligasaison. Natürlich wären wir gerne deutscher Meister geworden, doch die Liga ist kein Wunschkonzert. Mannschaften wie Aachen, Düsseldorf, Erfurt und Mannheim wollen dies auch immer werden.“

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