Lesefrühling lockt zwar ohne die ganz großen Namen, dafür mit abwechslungsreichem Programm

Bücher und andere spannende Seiten: Buchhändlerin Gesine Klack (links) und Christa Brüning, Leiterin der Stadtbibliothek, öffnen im Versmolder Lesefrühling die Türen für Autoren, Musiker und verschiedene Experten. Foto: t. klusmeyer
Versmold (tas). Die ganz großen Kracher, wie sie Buchhändlerin Gesine Klack nennt, gibt es in diesem Lesefrühling nicht. Dafür ist die Anzahl mit sieben Veranstaltungen wieder einmal größer als ursprünglich geplant. „Wir konnten uns einfach nicht entscheiden“, sagt die Inhaberin der Buchhandlung Krüger. Und Mitveranstalterin Christa Brüning von der städtischen Bibliothek fand, dass bei den eigentlich geplanten fünf Lesungen „etwas Literarisches fehlte“. So nahmen Versmolds Kulturexpertinnen zwei weitere Termine ins Programm auf. Karten sind ab sofort bei den Veranstaltern erhältlich.
Einer der »Nachgerückten« ist gleich zu Beginn des Versmolder Lesefrühlings am Dienstag, 14. Februar, ab 20 Uhr in der Stadtbibliothek zu Gast. Dass der Inhalt des Abends nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia brandaktuell sein würde, damit konnten Klack und Brüning bei der Buchung allerdings nicht rechnen. Autor Titus Müller erzählt in dem historischen Roman »Tanz unter Sternen« die Geschichte der Barfußtänzerin Nele Stern. Auf den Bühnen in Berlin und Paris gescheitert, will sie in Amerika ihr Glück versuchen. Ihr Geld reicht gerade für eine Fahrt der dritten Klasse auf der Titanic, wo sie Pastor Matheus und Familie kennenlernt.
Der Zusammenstoß des Luxusliners mit einem Eisberg stürzt die Reisenden in einen Mahlstrom aus Wasser und Eis – und setzt Liebe und Freundschaft einer weiteren Zerreißprobe aus. Titus Müller wirft 100 Jahre nach dem Titanic-Unglück die Bedeutung des Schiffes in der Zeit europäischer Aufrüstung in ein neues Licht und schildert einfühlsam Menschen am Scheideweg ihres Lebens.
Jazzmusik, Glaubensfragen, Polizeiarbeit und mehr
Ein Abend für Frauen wird der 22. Februar. Verlegerin Brigitte Ebersbach stellt bei der »Ladies Night« im Antiquariat 13 Bücher vor – geschrieben von Frauen über Frauen oder Frauenthemen. Passend zum Titel »Unbeschreiblich weiblich – das Paradies der Damen« wird der Abend abgerundet durch das Mitwirken heimischer Anbieter aus den Bereichen Kosmetik, Schuhe und Schmuck.
Musik gehört zum Lesefrühling inzwischen zur guten Tradition. Mit Peter Dahm ist am 11. März ein bekanntes Gesicht in der Bockhorster Dorfkirche zu Gast – allerdings mit neuem Programm und mit anderen Mitspielern. Der Saxofonist der Gruppe Klezgoyim spielt diesmal ab 18 Uhr mit seinem Quartett »Dahm und Herr’n« Jazzmusik nicht nur amerikanischen Ursprungs. In das World Jazz Konzert fließen türkische, griechische und indische Musik ein.
Nummer vier im Terminkalender ist eine Kooperationsveranstaltung mit der Stadt, die im März eine Ausstellung zum Thema Religion und Glaube organisiert. Passend dazu laden Buchhandlung und Bücherei zur Lesung mit Stefan Bonner und Anne Weiss ins Rathaus ein. Mit dem etwas provokanten Titel »Heilige Scheiße – Wären wir ohne Religion wirklich besser dran?« gehen die Autorenam21. März, 19.30 Uhr, der Frage nach der Bedeutung von Glauben heutzutage nach.
Eine Geschichte, die zu Herzen geht, hören die Besucher am 17. April im Altstadthotel. Maria Blumencron und Chime Yangzom stellen das Buch »Kein Pfad führt zurück« vor, in dem sie ihre eigene Geschichte erzählen. Die Geschichte von einer tibetischen Flüchtlingsgruppe im Jahr 2000. Bei dieser Reise ins nordindische Dharamsala, wo der Dalai Lama das erste tibetische Kinderdorf einrichtete, begegnete Blumencron dem zehnjährigen Mädchen Chime. Das Buch handelt von der Geschichte eines Flüchtlingskindes zur modernen Exil-Tibeterin. Es geht umRückschläge und Ängste, um die Sehnsucht nach der Familie undumneue Perspektiven.
Bei der Frankfurter Buchmesse ist der Kontakt zu Josef Wilfing entstanden und kurzfristig konnte der Termin noch ins Lesefrühlingsprogramm aufgenommen werden. Der ehemalige Kriminalkommissar aus München geht am 23. April in seinem Buch »Unheil – Warum jeder zum Mörder werden kann« anhand von spannenden Fällen aus seinem Berufsalltag der Frage nach dem Motiv nach.
Eine Kooperationsveranstaltung mit der Initiative »Versmold blüht auf« bildet den Abschluss der Reihe. Im Gartenhaus von Ulla Schrewe berichtet Ulrike Sprick aus Steinhagenam 13. Juni über »Schönheiten und Heilsames aus dem Wildkräutergarten «.











