Interview mit Lisa Thomsen (Schweriner SC) vor dem DVV-Pokalfinale der Frauen: „Ich hoffe auf eine Stimmung wie im EM-Finale” – Tickets für die Finalspiele noch erhältlich

HalleWestfalen. Sie ist Vize-Europameisterin und deutsche Meisterin, aber im GERRY WEBER STADION in HalleWestfalen hat sie noch nie gespielt. Das ändert sich am 04. März, wenn Lisa Thomsen mit ihrem Verein Schweriner SC im >Vietentours Volleyball DVV-Pokalfinale< ab 13.00 Uhr auf die Roten Raben Vilsbiburg trifft. Es ist der Startschuss für einen Festtag der Volleyballer, denn im Anschluss steigt das Männer-Endspiel zwischen Generali Haching und dem VfB Friedrichshafen. Alle Informationen finden Sie unter www.dvv-pokal.de.

Wie die 61-fache Nationalspielerin Lisa Thomsen die Chancen ihres Teams einschätzt, was der Pokal-Wettbewerb für den Verein und Sie bedeutet, verrät sie im Interview.

Frau Thomsen, für Sie ist es der erste Auftritt in HalleWestfalen. Kribbelt es schon. Und wie wird ihre Gefühlslage am 4. März sein.
Lisa Thomsen: „Ja, es ist für mich das erste Mal. Es fängt schon an zu kribbeln, wenn man an den Tag denkt. Aber am 04. März wird es dann mit Sicherheit noch intensiver sein.“

Im EM-Finale 2011 in Belgrad spielten Sie vor rund 9.000 enthusiastischen serbischen Zuschauern. Was für eine Atmosphäre erwarten Sie im >Vietentours Volleyball DVVPokalfinale< am 04. März.
Lisa Thomsen: „Ich hoffe, dass das Stadion ausverkauft ist und wir vor 11.000 Zuschauern spielen. Dann wird die Stimmung gigantisch sein und mindestens so toll wie im EM-Finale.“

Heißt das, wer Belgrad erlebt und überstanden hat, den kann nichts mehr schrecken.
Lisa Thomsen: „Ja, das man kann so sagen. Die Fans dort waren extrem, auch weil sie gegen uns waren. Mich kann nichts mehr schocken, aber natürlich lasse ich mich im positiven Sinne überraschen.“

Am 18. Februar kommt es bereits in der Bundesliga zum Aufeinandertreffen mit Vilsbiburg. Legt man da als Team alle Karten auf den Tisch.
Lisa Thomsen: „Letztendlich muss das detailliert der Trainer entscheiden. Aber es ist für uns ein wichtiges Spiel in der Bundesliga, und deshalb gehen wir mit der Einstellung rein, das Spiel zu gewinnen.“

Das Hinspiel verlor Schwerin in vier Sätzen. Würde bei einer weiteren Niederlage die Favoritenrolle nach Vilsbiburg gehen.
Lisa Thomsen: „Ich glaube, die Top-Teams in der Liga sind sehr eng zusammen. Da entscheidet die Tagesform und nicht das Heimrecht. Wer ist fitter, wer ist besser drauf – die Mannschaft gewinnt. Das wird am 18. Februar so sein und auch beim Pokalfinale.“

In der Bundesliga läuft es gut, es sieht so aus, dass Schwerin mindestens als Nummer drei in die Play-Offs geht. In der Champions League gab es dagegen gegen Cannes (Frankreich), Villa Cortese (Italien) und Istanbul (Türkei) deutliche Niederlagen, in sechs Partien konnte Schwerin gerade einmal vier Sätze verbuchen. Was war da los.
Lisa Thomsen: „Ich würde einfach sagen, dass die Champions League nochmals ein anderes Kaliber ist. Zudem hatten wir eine sehr starke Gruppe: Cannes hat eine Mannschaft, mit der sie den Titel gewinnen wollen. Villa Cortese hat nun Moskau geschlagen, und Istanbul ist im Stadtduell gegen den Titelverteidiger knapp ausgeschieden.“

Haben diese Spiele die Mannschaft weiter gebracht oder zermürbt das eher.
Lisa Thomsen: „Auf jeden Fall haben die Spiele uns weiter gebracht, auch wenn die Niederlagen zum Teil ärgerlich waren. In einigen Situationen hat uns die Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung gefehlt, dennoch war es eine gute Erfahrung, weil es für viele von uns die erste Saison in der Champions League war. Wir sind als Mannschaft zusammen gewachsen und haben uns spielerisch verbessert. Wir sind jetzt auf einem andern Niveau als im Dezember.“

Sie spielen in Schwerin Libero und sind in der Nationalmannschaft als Annahmespezialist dabei, der pro Satz für drei Rotationen eingewechselt wird. Das klingt nicht befriedigend oder haben Sie sich mit dieser Rolle abgefunden.
Lisa Thomsen: „Generell möchte jeder Sportler so viel wie möglich spielen. Aber Volleyball ist eine Teamsportart und jeder muss sich in seine Rolle herein finden, um dem Team zu helfen. Ich habe mich von Beginn an wohl gefühlt in dieser Rolle, weil ich der Mannschaft so am besten helfen kann.“

Als Ihre Stärken nennen Sie Kämpferherz, Ehrgeiz, Teamplayer. Sind das die typischen Tugenden eines Liberos oder einer Lisa Thomsen.
Lisa Thomsen: „Ich denke, beides. Auf jeden Fall sind es meine Tugenden, die wohl angeboren sind. Aber gerade auch im Libero-Bereich muss man in der Abwehr fighten, das passt daher auch auf diese Position.“

Schwerin war zuletzt 2007 im Haller Gerry Weber Stadion und konnte damals auch den Titel gewinnen. Wie wichtig war und ist es dem Verein, im DVV-Pokalfinale zu stehen.
Lisa Thomsen: „Extrem wichtig. Das war schon in den vergangenen Jahren das Ziel des Vereins. Letztes Jahr haben wir es durch Pech und Verletzungen nicht geschafft. Aber für den Verein und uns als Mannschaft ist die Finalteilnahme extrem wichtig.“

Und wie wichtig wäre der Titel.
Lisa Thomsen: „Wenn man im Finale steht, will man das auch gewinnen. Aber das wird in Vilsbiburg auch so sein. Wir werden mit Sicherheit alles versuchen, um den Titel nach Schwerin zu holen.“

Den Titel des deutschen Meisters haben Sie schon 2011 gewonnen. Was würde Ihnen der Pokalsieg bedeuten.
Lisa Thomsen: „Nach meinem Vize-Pokalsieg mit Leverkusen (2005) und dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr wäre das mein zweiter Titelgewinn und hätte dementsprechend einen großen Stellenwert für mich.“

Und wie sähe das perfekte Jahr 2012 für Lisa Thomsen aus.
Lisa Thomsen: „Wir gewinnen den Pokal und die Meisterschaft und wir fahren nach London zu den Olympischen Spielen.“

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