Marion Dawidowski schreibt Bastelbücher – an mehr als 80 Bänden hat sie bereits mitgearbeitet

Das Erstlingswerk: Als die Autorin ihre Puppenbuch während eines Bummels im Schaufenster sah, war die Überraschung perfekt. Foto: F. Jasper

Das Erstlingswerk: Als die Autorin ihre Puppenbuch während eines Bummels im Schaufenster sah, war die Überraschung perfekt. Foto: F. Jasper

Von Frank Jasper Steinhagen-Brockhagen. Marion Dawidowski darf man gut und gerne eine Erfolgsautorin nennen. Die Brockhagenerin hat schließlich an die 80 Bücher veröffentlicht oder zumindest an ihnen mitgearbeitet. Dabei fangen ihre Geschichten fast immer gleich an: mit Nadel und Faden oder Schere und Papier. Und ob sie gut ausgehen, hat letztlich der Leser selber in der Hand.

Seit 1995 schreibt Marion Dawidowski Bastelbücher und schöpft dabei aus einem scheinbar unendlichen Repertoire an Ideen. Gerade arbeitet sie an einem Band, in dem es um Karten und Kerzen zur Kommunion und Konfirmation geht, das rechzeitig zu diesen Anlässen im nächsten Jahr veröffentlich werden soll. Ihr erstes Buch hat sie natürlich auch noch. Darin zeigt sie, wie man Spielpuppen selber herstellt. „Schon als Kind habe ich gestrickt und gebastelt und im Textilunterricht Kleider für meine Puppen genäht“, berichtet die Autorin schmunzelnd.

Später bastelte sie mit ihren beiden Söhnen Kastanien-Figuren und Häuser aus Joghurtbechern. „Die beiden sind bis heute meine besten Kritiker“, erzählt die Mutter, die von Freunden und den Inhabern des Bastelladens ihres Vertrauens, dem Fachgeschäft Sutz in Gütersloh, ermutigt wurde, die vielen originellen Ideen aufzuschreiben und an einen Verlag zu schicken. „Das habe ich dann tatsächlich mal gemacht, und meine Anleitungen für Fingerfiguren und Tütenpuppen für Kinder kamen gut an“, erzählt Marion Dawidowski, die sich noch sehr genau an die erste Veröffentlichung erinnern kann.

„Ich war total aufgeregt auf mein erstes Buch und habe jeden Tag darauf gewartet, dass es mit der Post kommt. Doch da kam nichts. Dann sind wir mit der Familie nach Föhr gefahren und bei einem Bummel dort entdeckte ich mein Buch plötzlich im Schaufenster einer Buchhandlung.

Inzwischen hat Marion Dawidowski an knapp 80 Bastelbüchern mitgewirkt, die im Christopherus- Verlag mit Sitz in Freiburg veröffentlicht werden und in einer Auflage von 3000 bis 10 000 Stück erscheinen. „Das Ganze bleibt trotzdem ein Hobby. Für mich war das von Anfang an eine tolle Sache: Ich war zuhause für die Kinder da und konnte trotzdem etwas machen und habe nicht nur für die Mülltonne gebastelt. Heute sind die Jungs groß, aber ich bastel weiter“, erzählt die gelernte Zahntechnikerin.

Inspirationen für ihre Bücher findet sie beim Bummeln, in der Natur oder in Kinderbüchern. „Und wenn man erst mal an einem Thema arbeitet, dann kommen ständig neue Ideen hinzu“, berichtet sie. Die Kunst bestehe darin, die Anleitungen möglichst einfach zu formulieren, damit sie der Leser auch nachvollziehen kann. Ihre Skizzen und Texte werden im Lektorat des Verlags überarbeitet und ein Profifotograf rückt ihre Figuren, Scherenschnitte, Kuschelkissen, Kerzenständer, Grußkarten oder Marionetten ins rechte Licht. Was eben gerade gefragt ist.

„Es gibt nämlich durchaus Basteltrends. Laubsägearbeiten waren zum Beispiel vor ein paar Jahren total angesagt. Heute ist Perlen-Schmuck populär und die Leute stricken wieder mehr“, hat die Expertin festgestellt. Generell werde heute aber nicht mehr so viel gebastelt wie vor zehn Jahren. „Heute beschäftigen sich die Leute mehr mit dem Computer. Die Freizeit teilt sich ja immer mehr auf. Aber Eltern werden wohl immer mit ihren Kindern basteln“, ist die Autorin überzeugt.

Damit denen und allen anderen die Ideen nicht ausgehen, setzt sich Marion Dawidowski weiter an ihren Schreibtisch, um zu basteln. Und tausende Leser freuen sich über ihre Bücher und machen es ihr nach. Wenn die Grußkarte zur Kommunion dann genau so hübsch aussieht wie das Original der Ideengeberin, nimmt das Bastelbuch schließlich auch ein gutes Ende.

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