Wassermeisterin Ilka Brömmelsiek informiert:

Halle Westfalen. Die Haller sind sparsame Menschen, das zeigt sich zum Beispiel beim Trinkwasserverbrauch: der ist in den letzten 15 Jahren um rund 10 Prozent gesunken. Mit knapp über 100 Litern pro Kopf und Tag zählen die Haller zu den spar-samsten Deutschlands. Doch die Medaille hat zwei Seiten.

Keine Frage, dass Wasser in vielen Ländern der Erde knapp ist. Aber Wasserwirtschaft funktioniert immer lokal, man kann also schlecht für die dürregeplagten Länder dieser Welt Wasser sparen, wenn man in Halle den Hahn zudreht. Wasser sparen haben die Deutschen in den vergangenen Jahrzehnten zur Kulturtechnik entwickelt. 1987 lag der Pro-Kopf-und-Tag-Verbrauch bundesweit noch bei 146 Litern, 2007 waren es nur noch 122 Liter – ein Minus von über 16 Prozent in 20 Jah-ren. Wassersparsysteme für Wasch- und Spülmaschinen, für Dusch-köpfe und Toiletten sind ein Grund, das Verhalten der Verbraucher ein zweiter.

Sparmeister in Deutschland sind die Sachsen, die Thüringer und die Sachsen-Anhaltiner– ihr Referenzwert lag zuletzt bei knapp unter 100 Litern. Am meisten Wasser wurde in NRW verbraucht, hier lag der Durchschnitt bei fast 140. Das gilt jedoch nicht für das ländlich geprägte Halle: Hier lag das durchschnittliche Nutzungsvolumen pro Tag 1996 noch bei knapp 110 Litern und ist bis Ende 2010 auf 101,4 Liter gefallen – rekordverdächtig. Vorsicht bei der Interpretation der Zahlen ist gebo-ten: Zur Ermittlung der Durchschnittswerte wird stets die Abgabe der Wasserwerke durch die Anzahl der Einwohner geteilt. Das missachtet, dass gerade im ländlichen Raum Viele eigene Brunnen haben, was auch die Unterschiede zwischen dem fast menschenleeren Osten und dem einwohnereichen Ruhrgebiet verstehen hilft.

Aber macht weiteres Wassersparen Sinn? In Bezug auf die Kosten für den Einzelnen sicherlich, in Bezug auf das System Wasserversorgung jedoch längst nicht mehr. Weil die Rohrnetze der Wasserversorgung auf Zuwachs und nicht auf rückläufige Verbräuche geplant wurden, muss heute immer öfter gespült werden. Das erhöht die Kosten der Versorgung. Probleme bekommt dann auch die Entsorgung: wo wenig Wasser verbraucht wird, stehen die Abwässer länger in den Rohren. Das macht sich gerade an Sommertagen durch üble Gerüche aus dem Untergrund bemerkbar.

Gut zehn Eimer Trinkwasser pro Kopf und Tag – zu viel oder zu wenig? Ilka Brömmelsiek, Wassermeisterin in Diensten der Haller Energiever-sorgerin Technische Werke Osning GmbH (TWO), hat dazu eine klare Meinung: „Wir Deutschen und insbesondere wir Haller stehen im inter-nationalen, nationalen und regionalen Vergleich sehr gut da. Das sollte uns reichen.“

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