1. Tennis-Point Bundesliga Herren – Teamchef Thorsten Liebich vom Tabellenführer Blau-Weiss Halle im Interview:

Thorsten Liebich, Teamchef des Tabellenführers Blau-Weiss Halle, zieht vor den entscheidenden beiden letzten Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga Bilanz: „Wir gehen auf den Platz, um zu gewinnen. Taktisches Geplänkel im Hinblick auf Resultate sind nicht mein Ding.“

Thorsten Liebich, Teamchef des Tabellenführers Blau-Weiss Halle, zieht vor den entscheidenden beiden letzten Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga Bilanz: „Wir gehen auf den Platz, um zu gewinnen. Taktisches Geplänkel im Hinblick auf Resultate sind nicht mein Ding.“

HalleWestfalen. Die 1. Tennis-Point-Bundesliga der Herren geht in die finale Entscheidung um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft, denn es stehen lediglich noch zwei Spieltage an. Im Prinzip kommen für den Titelgewinn nur noch Tabellenführer Blau-Weiss Halle (11:1- Punkte) und Titelverteidiger Kurhaus Lambertz Aachen (9:3) in Frage, die Chancen des Tabellendritten Erfurter TC Rot-Weiss (10:4) sind lediglich theoretischer Natur.

Für die Thüringer sind die Ostwestfalen am kommenden Sonntag Gastgeber und die Aachener haben beim Aufsteiger Wacker Burghausen anzutreten. Die Dramaturgie der Saison will es so, dass am 9. Spieltag (12. August) das GERRY WEBER-Team beim Titelträger auf der Kurpark-Anlage das letzte Saisonspiel zu bestreiten hat. Angesichts dieser spannenden Schlussrunde ein Interview mit dem Teamchef des augenblicklichen Ligaprimus Thorsten Liebich.

Zufrieden mit dem Verlauf der bisherigen Saison.
Thorsten Liebich: „Auf jeden Fall. Zum einen mit dem aktuellen Tabellenplatz als Spitzenreiter und zum anderen mit den gezeigten Leistungen. Wir haben bestes Tennis gezeigt, was dann bei unseren Heimspielen auch von den Fans honoriert wurde.“

Wäre sie das auch, wenn es nicht zur Deutschen Meisterschaft reicht.
Thorsten Liebich: „Natürlich spielen wir um Titel, natürlich wollen wir deutscher Meister werden. Doch wenn andere besser sind, dann nehmen wir es sportlich hin. Allerdings wäre die Zufriedenheit ein wenig getrübt.“

Dreimal Vizemeister in Serie ist ja auch blöd, oder.
Thorsten Liebich: „Das kann man auch so sehen. Doch sollten wir das Erreichte nicht herunter reden. Wir gehören seit 16 Jahren der ersten Liga an. Wurden zwei Mal deutscher Meister und belegten vier Mal den zweiten Tabellenplatz. Diese sportliche Konstanz ist bemerkenswert und zeigt deutlich auf, wie sportlich ernst wir die Bundesliga betreiben.“

Warum ist das Team so spielstark.
Thorsten Liebich: „Da gibt es mehrere Faktoren. Wir ein homogenes Team. Wir sind innerhalb der Mannschaft enorm spielstark und auf allen Positionen gut besetzt, so dass wir immer, abgestellt auf die Gegner, spielerische Alternativen haben. Außerdem besitzt die Mannschaft Teamgeist.“

Sie sprechen vom Teamgeist. Woran machen Sie das fest.
Thorsten Liebich: „Weil jeder jedem hilft und jeden unterstützt. Wir analysieren gemeinsam die Gegner, jeder bringt sich da mit seiner Erfahrung ein und wir präsentieren uns auch in der Öffentlichkeit als Mannschaft. Am besten zu sehen, wenn der eine spielt, sitzen die anderen hinter der Spielerbank und helfen so unterstützend. Außerdem fragen wir bei möglichen Neuzugängen vorher immer unsere Spieler, wer passt zu uns. Daraus ergibt sich, dass sie untereinander bekannt, wenn nicht sogar befreundet sind. Uns das hilft in der Teambildung enorm.“

…und Blau-Weiss Halle als Club hat für die Profis eine Bedeutung.
Thorsten Liebich: „Ja, dies beweisen zum Beispiel Jarkko Nieminen, Ruben Ramirez Hidalgo und Christopher Kas. Die bekommen jedes Jahr verlockende Angebote von anderen Clubs, doch für sie ist Geld nicht alles. Alle drei gehören zwischen sechs und zehn Jahren dem TC an. Gibt es größere Wertschätzung als diesen Treuebeweis?“

Was ist schwieriger für Sie. Jeden Spieltag die richtige Formation zu finden oder die Reisepläne der Spieler zu koordinieren.
Thorsten Liebich: „Das ist schon recht zeitaufwendig, denn nach den Spieltagen fliegen alle Profis zu ihren Turnieren. Sie alle wegzubringen und sie von irgendwelchen nationalen Flughäfen wieder abzuholen, bedarf schon einer exakten Planung. Und so manches Mal fahren wir bis nachts. Da ist die Aufstellung schon etwas einfacher und nicht so stressig, weil vergleichsweise alle Spieler ein Topniveau besitzen.“

Trotz stressiger Reisetouren, das Team macht einen ausgeschlafenen Eindruck. Können Sie sagen, die fühlen sich wohl auf der Anlage an der Weststraße.
Thorsten Liebich: „Auf jeden Fall. Sie fühlen sich auch deshalb wohl, weil um sie herum ein gut abgestimmtes Team mit unter anderem Coach Thomas Dappers ist, die wissen wie Profis ticken. Hinzukommt, dass wir ihnen mit dem Hotel, dem Wellness-Bereich, dem Sportpark und der Clubanlage eine optimale Infrastruktur bieten.“

Sie werden bei den Heimspielen auch vom Publikum bestens aufgenommen. Überrascht der Zuschauerzuspruch.
Thorsten Liebich: „Es überrascht mich schon. Von unseren vier Heimspielen fanden zwei an den zuschauerungünstigen Freitagen statt. Außerdem hatten wir in dieser Saison nicht die attraktivsten Gegner auf unserer Anlage. Und trotzdem kamen bisher 8.300 Zuschauer zu unseren Spielen, dass finde ich bemerkenswert und darf mich an dieser Stelle bei den Fans für ihr Kommen auch einmal bedanken.“

Noch einmal Erfurt, dann Aachen und dann Meister. Spukt das schon im Kopf herum.
Thorsten Liebich: „Nein. Das einzige was wir derzeit im Kopf haben ist das nächste Spiel gegen Erfurt. Gegen die Thüringer haben wir uns in der Vergangenheit immer schwer getan und so manchen Punkt abgegeben. Ich will nicht behaupten, dass sie schon zweimal den möglichen Titelgewinn vermasselt haben, aber etwas dran ist da schon.“

Im Vorfeld wurde nie über den Titelgewinn gesprochen. Haben Sie dieses Thema bewusst heruntergespielt.
Thorsten Liebich: „Titelgewinne sind schön, doch das lässt sich nicht unbedingt planen. Wir wollen immer oben mitspielen und wenn mehr dabei herauskommt, nehmen wir es dankend an.“

Sie haben Olympioniken und große Sieger im Kader. Ist da nicht mit 10:0-Siegen Horacio Zeballos die Überraschung schlechthin.
Thorsten Liebich: „Das ist tatsächlich so. Horacio hat sich als Neuzugang auf Anhieb bei uns wohlgefühlt und dann kommen solche Ergebnisse dabei heraus.“

Haben Sie Angst vor Erfurt, denn die haben schon zweimal Titelträume der Haller platzen lassen.
Thorsten Liebich: „Angst nicht, aber Respekt. Sie sind derzeit Tabellendritter und dies sagt alles über ihre sportliche Stärke aus.“

Ist spielen auf Ergebnis eine Möglichkeit oder ist Sieg die Devise.
Thorsten Liebich: „Wir gehen auf den Platz, um zu gewinnen. Taktisches Geplänkel im Hinblick auf Resultate sind nicht mein Ding.“

Welche Profis sollen das möglich machen.
Thorsten Liebich: „Auf jeden Fall wird Jarkko Nieminen, Simone Bolelli Daniel Gimneno- Traver spielen. Alles andere hängt derzeit davon ab, wie lange die Spieler noch in London bei Olympia bleiben wollen. Ich hoffe aber auf den Kitzbühel-Sieger Robin Haase und Martin Klizan.“

…und dann mit breiter Brust nach Aachen.
Thorsten Liebich: „Wenn wir gegen Erfurt nicht verlieren, ist dies sicherlich der Fall. Es ist dann ein Match zweier spielstarker Teams auf Augenhöhe. Da Entscheidet nicht der Weltranglistenplatz oder die letzten Erfolge eines Spielers. Da entscheiden die Nerven und manchmal auch ein Quäntchen Glück über Sieg oder Niederlage. Und da wir uns gerne an Siege erinnern, kommt uns Aachen immer wieder ins Bewusstsein: Dort haben wir 2006 gewonnen und sind auf der Kurpark-Anlage deutscher Meister geworden.“

Danke für das Gespräch.

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