13. Internationale Westfälische Tennis-Meisterschaften der Juniorinnen und Junioren

Nach dem Juniorenfinale bei den GERRY WEBER Junior OPEN nahmen an der Siegerehrung teil (von links): Robert Hampe (Präsident Westfälischer Tennis-Verband), Finalist Stefano Napolitano, Turnierdirektor Thorsten Liebich, Sieger Nikola Milojevic und Gerhard Weber (1. Vorsitzender TC Blau-Weiss Halle). © pr-büro sport presse (HalleWestfalen)

Nach dem Juniorenfinale bei den GERRY WEBER Junior OPEN nahmen an der Siegerehrung teil (von links): Robert Hampe (Präsident Westfälischer Tennis-Verband), Finalist Stefano Napolitano, Turnierdirektor Thorsten Liebich, Sieger Nikola Milojevic und Gerhard Weber (1. Vorsitzender TC Blau-Weiss Halle). © pr-büro sport presse (HalleWestfalen)

HalleWestfalen. Sechs Tage nach dem Tommy Haas bei den GERRY WEBER OPEN in HalleWestfalen seinen Matchball gegen den Rekord-Grand-Slam-Sieger vor 11.500 Zuschauern gegen Roger Federer verwandeln konnte, hatten sich im Schatten des GERRY WEBER STADIONS die weltweit besten Juniorinnen und Junioren zu den GERRY WEBER Junior OPEN aus den Rasencourts versammelt. Auch sie hatten nur ein Ziel, sich auf ihr Junioren-Grand-Slam in Wimbledon vorzubereiten. Bei diesen 13. Internationalen Westfälischen Tennis-Meisterschaften, einem ITF-Turnier der Kat. 2 für Juniorinnen und Junioren (18. bis 23. Juni), blieben allerdings Turniersiege für den nationalen Nachwuchs außen vor.

Bei den Junioren gingen mit Kevin Kaczynski (Bielefelder TTC), Daniel Masur (Mindener TK) und Maximilian Marterer (TV Fürth 1860) die ersten drei der deutschen U18-Rangliste an den Start, doch spätestens im Halbfinale war es mit den nationalen Siegen vorbei. Allerdings gilt festzuhalten, dass – sieht man einmal von dem indisponierten Daniel Masur ab, der sich bereits in der ersten Runde auf der Verliererstraße befand – die späteren Finalisten den jungen Deutschen den Weg versperrten. Der 18-jährige Kaczynski scheiterte im Viertelfinale in zwei Sätzen an dem topgesetzten Serben Nikola Milojevic und der erst 16-jährige Linkshänder Materer unterlag mit 5:7, 2:6 in der Vorschlussrunde dem Italiener Stefano Napolitano.

Der 17-jährige Serbe, Nummer acht der ITF-Junioren-Weltrangliste und im ostwestfälischen Halle topgesetzt, war letztlich auch der verdiente Turniersieger. Im Endspiel traf er auf den an Nummer drei gesetzten gleichaltrigen Italiener (18. ITF-Junioren-Weltrangliste) und beiden Finalisten lieferten sich auf dem Rasen ein sehenswertes Duell. Vom spielerischen Niveau her durchaus ein Duell was bei den Männern anzusiedeln ist, denn die hochgewachsenen Junioren legte ein pfeilschnelles Grundlinienmatch hin. Stark im Service, beste Vorhandschläge und der Serbe – im Übrigen wurde beide Kontrahenten von ihren Vätern lautstark unterstützt – wagte sich hin- und wieder sogar an Netz. Ihr attraktive Spielweise sorgte mehrfach für Szenenapplaus und zwei Sätze lang war die Partie ausgeglichen.

Der dritte Durchgang begann mit einem Break für den Italiener, doch prompte folgte das Rebreak und dann wiederum ein weiteres Break. Damit hatte Napolitano aber auch schon alles gewonnen, denn Milojevic konnte sein schnelles Spiel halten und beim Italiener zeigten sich Ermüdungserscheinungen, Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden Spielzeit war das Finale mit dem 7:6(3), 6:7(1), 6:2-Sieg für den Serben beendet, der als Lohn unter anderem eine Wild Card für das ATP-Rasentennisturnier GERRY WEBER OPEN 2013 erhielt.

„Mich freut es besonders“, so ein strahlender Sieger, „dass ich hier gewinnen konnte. Auf der Tennisanlage, wo unser serbischer Daviscup-Sieger Viktor Troicki lebt und trainiert. Das gibt mir Selbstvertrauen und ich hoffe es ihm nachzumachen.“ Trösten konnte sich dagegen der Verlierer mit der Tatsache, das er bereits einen Tag zuvor an der Seite des Griechen Markos Kalovelonis mit einem 4:6, 6:2, 10:6-Sieg über das mexikanische Duo Lucas Gomez/Ricky Medinilla die Doppelkonkurrenz der GERRY WEBER Junior OPEN gewinnen konnte.

Während die nationale Bilanz der Junioren noch halbwegs passabel zu nennen ist, gibt bei den Mädchen nichts Erfreuliches zu vermelden. Das Quartett der 15-Jährigen, lediglich Yana Morderger (VfL Kamen-Metheler) gewann eine Runde, mit Katharina Hobgarski (TC Oberkirchen), Taya Morderger (VfL Kamen-Metheler) und Lisa Marie Mätschke (Blau-Weiss Halle) verkaufte sich spielerisch gut. Mehr aber auch nicht und so war nach den Erstrundenmatches das Dabeisein bereits beendet.

Aus lokaler Sicht konnte sich dagegen am besten noch die für Blau-Weiss Halle spielende Österreicherin Barbara Haas (ITF-Junioren-Weltrangliste 45) halten, die – nachdem sie im vergangenen Jahr im Finale aufgeben musste – immerhin das Halbfinale erreichen konnte. Dann aber auch für sie das Aus in zwei Sätzen gegen die an Nummer zwei gesetzte Mexikanerin Marcela Zacarias (21. ITF-Junioren-Weltrangliste), die regelrecht wie ein Wirbelwind über die Plätze fegte. Körperlich den meisten Kontrahentinnen unterlegen, doch schnell auf den Beinen und spielstark auf der Vor-und Rückhand schoss sie sich durch die Konkurrenz und letztlich zum Turniersieg. Im Finale traf die stets freundlich agierende Mittelamerikanerin auf die körperlich überlegene Russin Daria Salnikova (35. ITF-Junioren-Weltrangliste), doch dies war auch nicht von Vorteil. In Windeseile war diese Auseinandersetzung mit 6:1, 6:3 für Zacarias entschieden, die somit ohne Satzverlust zum Titelgewinn kam.

Ihren im Vorjahr errungenen Doppeltitel konnte die Tschechin Barbora Krejcikova verteidigen, die in diesem Jahr mit ihrer Landsfrau Dominika Paterova antrat. Das tschechische Duo besiegte im Endspiel das US-amerikanisch/kolumbianische Paar Blair Shankle/Laura Ucros mit 6:3, 3:6, 10:6. Auch wenn das Publikumsinteresse sich in Grenzen hielt, die Leistungen des internationalen Nachwuchses waren sehenswert und so war man sich schnell im Urteil über die Leistungen einig. „Ich bin mir sicher, von den beiden Finalisten werden wir in absehbarer Zeit noch einiges hören“, sagte Turniernamensgeber Gerhard Weber (1. Vorsitzender TC Blau-Weiss Halle) und Verbandspräsident Robert Hampe war von dem spielerischen Potential der Juniorinnen begeistert: Wenn man bedenkt, das die Mädchen erst im Schnitt 16 Jahre sind und technisch bereits solch ein Tennis spielen, dann haben wir hier heute die Weltklasse von übermorgen gesehen.“

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